Bye bye Australien - schön wars!

Geschrieben von Nico am 24. Juli 2009 | Abgelegt unter Work&Travel in Australien

 

(kleiner Nachtrag nach dem Fertigstellen des Blog: Ne Tasse Kaffee wäre mal wieder angebracht! :-))

Noch ein paar Stunden und wir sind weg. Wehmut - Aufgeregtheit - Stolz - Freude… viele Gefühle mischen sich im Moment. Wir können auf eine wunderschöne Zeit zurückblicken. All die vielen schönen Dinge die wir gesehen haben, die vielen netten Leute die uns auf unserem Weg begleiteten, so viel Glück wie uns widerfahren ist… Im Nachhinein bleibt fast restlos zu sagen, dass wir alles aber auch alles richtig gemacht haben. Am Ende tickte die Zeit so schnell herunter, kaum zu glauben. 8 Monate vergingen wie im Flug… Der Trip brachte uns nicht nur einige erlebnisreiche Tage, sondern hat uns auch vieles gelehrt. Die so genannte “Ich-Gesellschaft” hat hier noch keinen Einzug erhalten. Die Hilfsbereitschaft und das allgemeine Interesse an seinen Mitmenschen hat uns sehr geprägt. Ob wir es schaffen etwas davon mit nach Deutschland zu bringen und zu “retten”, wird sich noch zeigen… Für uns steht jedenfalls fest, dass es gar nicht so fern ist, einen Fremden nach Hause einzuladen - ganz entgegen dem allgemeinem Denken. Wie auch immer… für all die schönen Dinge die uns durch die australischen Ansässigen entgegengebracht wurden, sind wir mehr als nur dankbar.

Was ist so passiert in den letzten Tagen? Am Sonntag habe ich ja bereits einige Sachen angerissen und ein wenig Neugierde geweckt. Die größte Sorge und wohl schwerste Last die wir zu tragen hatten als wir von Townsville nach Cairns zurück gekehrt sind, war wohl ohne Zweifel der Verkauf von Hoppel. Kaum auszudenken was gewesen wäre, wenn wir ihn nicht los bekommen hätten… bzw. wenn wir ihn für einen Hungerlohn hätten abgeben müssen…!? Um ehrlich zu sein, basierte die Finanzierung unseres Asientrips leichtsinnigerweise auf dem Verkaufswert von Hoppel. Grund genug um auf einen reibungslosen Verkauf zu hoffen. Nachdem wir nun also alles gewienert hatten und den “Red Rocket” Schriftzug aufsprühten haben wir eine Verkaufsanzeige gestaltet und auf gelben Papier gedruckt. Auflage: 30 Stück. 

Damit haben wir so ziemlich jedes Blackboard der Stadt, sowie sämtliche Hostels der Stadt zugekleistert. Frei nach dem Motto viel hilft viel. Das ganze war Sonntags am späten Nachmittag. Prompt kam ein Anruf der ersten Interessenten - wahnsinn! Da haben wir natürlich erstmal gekichert wie die kleinen Kinder und haben uns darüber gefreut… Das englische Pärchen hat das Auto noch am gleichen Abend besichtigt. Verblieben sind wir mit der üblichen Bedenkzeit… Alles gut, das war unser erster Tag. Noch brauchten wir uns keine Sorgen machen und wir hatten auch noch immer guten Spielraum um mit dem Preis zu spielen. Nur mal so nebenbei: wir haben den guten Hoppel für 2300 A$ gekauft, mit Inspektion, Werkstattkosten und dem was wir alles hinzu kauften, haben wir in etwa 3400 A$ investiert. Ausgeschrieben haben wir ihn auf unseren Anzeigen für 3900 A$. Genügend Spielraum für “Verhandlungen”… Mein Ziel war es immer 3000 A$ rauszuschlagen. Gerechnet haben wir jedoch kaum mehr damit… schließlich herrscht hier ein reges Überangebot an zu verkaufenden Backpacker Van´s. Sooo… zurück zur Verkaufshistorie… Am Montag haben wir dann noch vor dem Mittag den nächsten Anruf erhalten. Sein Englisch war kaum zu verstehen… “Car… look for it… where? … when?” Das war so ziemlich alles was wir am Telefon verstanden. Egal! Hauptsache er hat genügend Asche! :-) So haben wir uns getroffen, er hat einen gründlichen und nicht ganz unkundigen Blick auf das Auto geworfen. Ich merkte gleich… Achtung! Fisch schwimmt um den Köder und beißt gleich zu… es dauerte nicht lange und das Verhandeln begann… da wir noch genügend Zeit übrig hatten und merkten das er wahrlich interessiert war, ließen wir uns noch mit den 3200 offerierten A$ abspeisen (was ja trotzdem deutlich über den erwünschten Erlös lag). Ich ließ ihn zappeln und sagte wir könnten keinesfalls unter 3600 gehen. :-P Wir trennten uns mit der üblichen Bedenkzeit. Am Abend wollte er das Auto noch einmal sehen. Dieses mal mit seinem Freund. Nun haben wir auch eine Probefahrt gemacht. Ich habe ihn natürlich nicht ans Steuer gelassen, da er sonst die etwas schwierige Gangschaltung fühlen würde. Bei der Fahrt habe ich immer aufgepasst wie ich über bestimmte Huckel und Straßenlöcher fahre, andernfalls meldet sich Hoppel mit Quitschen und Klackern zu Wort. Nach der “Probefahrt” hat der Fisch den Köder bereits fast verdaut. Bei 3500 A$ habe ich an der Winde gekurbelt und das Prachtstück an Land gezogen… jiihhaaa… Da es bereits spät Abends war und es für uns unmöglich gewesen wäre uns so schnell zu organisieren (Sachen endgültig packen und ausräumen) und eine Unterkunft zu finden, haben wir uns auf den nächsten Morgen verabredet. Dienstag früh lief dann alles reibungslos über die Bühne. Die Jungs hatten das Geld Cash dabei, wir haben ihnen mit dem Papierkram geholfen und sind schnur stracks abgehauen ohne uns umzudrehen. *schnief* So haben wir unseren treuen Reisebegleiter dann einfach so hinter uns gelassen… Am gleichen Tag haben wir ihn noch 2 mal mit einem komischen Gefühl gesehen, danach nie wieder. Hier ein Bild der glücklichen Käufer…

Wahnsinn! So haben wir also 3500 A$ raus geschlagen. Auch wenn es wirklich nicht leicht fiel Hoppelchen weg zu geben, waren wir über den Verkauf doch sehr glücklich. In der Zwischenzeit hatten wir uns nach möglichen Unterkünften erkundigt. Etwa 50-60 A$ hätten wir pro Nacht einplanen müssen. Nun hatten wir erneut Glück, da uns eine kostenlose Unterkunft von der alten Frau (Betty) offeriert wurde. So haben wir für die vergangene Nächte nochmals eine Menge Geld gespart. Man kann durchaus sagen, dass wir uns ihr Haus mit zusammen teilen. Wenn sie nicht da ist, so ist es unser. Wir haben einen Schlüssel. Sie ist so froh darüber das jemand da ist mit dem sie reden kann… Zudem haben wir sie einige Male bekocht. Sie hat wohl jedes Mal sehr genossen… Vorgestern, am Dienstag, haben wir sie zum Essen ausgeführt. Ein Restaurant ihrer Wahl sollte es sein… Das sie auf spartanische “Fish & Chips” (fritiertes Fishfilet mit Pommes - sehr einfach) aus war hatte ich nicht gerade erwartet, es sollte uns jedoch auch nicht stören…

Als wir also Hoppel verkauft hatten, fiel eine große Last von unseren Schultern. Zunächst war ich am Donnerstag letzter Woche erneut auf dem Boot und habe für zwei kostenlose Tauchgänge als Aushilfskraft gearbeitet. Um in die Stadt zu kommen (etwa 15 km entfernt), war ich auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen - aber ansonsten war der Tag traumhaft. :-) Die See war recht rau, so dass unzählig viele Leute vom “Kotzbeutel” Gebrauch machen mussten… das ist nichts unnormales. Das Spezielle diesen Tages war die Hochzeit auf dem Boot. Die Trauung wurde an Board durchgeführt. Anschließend hat sich das Pärchen in die Taucheranzüge geschmissen und ist auf 18m Tiefe abgetaucht um die Ringe zu tauschen. Ist das nicht toll? Bei meinen Tauchgängen habe ich endlich eine Schildkröte gesehen. Unglaublich wie schnell die sind. Ich dachte immer das sind die Schnecken der Unterwasserwelt. Wie auch immer… ein schöner Anblick wie sie so durchs Wasser gleiten. Der Tagestrip wurde dann auf der Rückfahrt noch mit einem I-Tüpfelchen gekrönt. “Achtung - Wal voraus” ertönte es durch die Lautsprecher. Es ist Gesetzt, dass wenn sich ein Boot einem Wal mehr als 200m nährt, dieses die Maschinen ausschalten muss. So sind wir regungs- und geräuschlos durchs Wasser getrieben… Alle sind ans Fenster gestürmt und haben darauf gewartet, dass er sich ein weiteres Mal blicken lässt. Nach etwa 20 Sekunden kam er massiv aus dem Wasser geschossen, drehte sich in der Luft auf den Rücken und knallte dann wieder ins Wasser. Massiv! Der gute Kerl war groß. Einfach nur groß. Keine Ahnung wie lang. Groß! Die Wasserverdrängung war gewaltig. Auch als er uns nochmals seine Flosse zeigte war das ganze Boot am feiern und voller Freude. So etwas sieht man nicht alle Tage, ließ ich mir von der eingefleischten Crew bestätigen. Dieses Erlebnis gab mir für den restlichen Tag ein wahnsinnig gutes Gefühl… Zurück auf dem Festland war ich wieder auf dem doofen Bus angewiesen… verpasst! Waahh… Alles in allem war ich 3h nach Arbeitsschluss “zu Haus”… 

Währenddessen hatte Jule ihre ersten Stunden auf der Cairns Show gearbeitet. Diese Show dreht sich rund um Landwirtschaft. So zumindest der tiefere Sinn. Das Rahmenprogramm ließ davon jedoch nur wenig verspüren. Um es in eigenen Worten zu beschreiben… Rummel + örtliche Artistengruppen + unzählig viele und unnütze Stände + Showbags. Showbag? Was ist denn das? Ja, das haben wir uns auch gedacht… Jule bekam den Job als Verkäuferin für Showbags in einem Warenhaus. Eine Showbag setzt sich aus den unterschiedlichsten Dingen zusammen. Dabei wird eine einfache Plastetüte mit tollem Aufdruck mit sämtlichen Krims Krams gefüllt. Spiderman, Superman, Winnie the Pooh, der rosa rote Panther, Sponge Bob, Scoobie Doo, Simpson, Highschool Musical, Shrek… sind nur einige Motto´s der Angebotspalette. Eine dieser kostete etwa zwischen 15-20 A$. Unglaublich wie viel Geld manche Leute dafür ausgegeben haben. Spitzen bis zu 10 oder mehr Beutel in einem Wert von über 200 A$. Ich glaube die wissen einfach nicht wohin mit ihren Moneten. Hier hier! :-) Jule hatte an dem Donnerstag fünf Arbeitsstunden und erst spät Schluss. Ich wollte sie nicht alleine mit dem Bus heim fahren lassen, so haben wir nach einer Lösung gesucht. Ursprünglich wollte ich erneut in die Stadt fahren, sie aufgabeln und gemeinsam wieder zurück. Nun kam jedoch das unglaubliche Angebot, das Auto von Betty´s Tochter zu benutzen. Um es vorweg zu nehmen: Wir sind dieses Auto im Grunde weitere 4 Tage gefahren… einfach so! So war der Abholservice nicht notwenig, da Jule selber gefahren ist.

Die Cairns Show ist die größte Veranstaltung des Jahres in der Stadt. Mit mehr als 70 000 Besuchern ist dies auch durchaus verständlich. Am Freitag musste Jule nochmals für weitere 10h Arbeit ran. Ich bin später zur Show hinzu gestoßen um mir alles mal anzusehen und auf das abschließende Feuerwerk zu warten. Es wurde durchaus einiges geboten. Der australischer Meister der diesjährigen Cheerleeding Wettkämpfe hat eine heisse Darstellung geboten :-), Autos auf zwei Rädern, Wettkämpfe von Holzfellern, Stuntshows und und und… nicht schlecht. Das Feuerwerk hatte etwas ganz besonderes. Es wurde zu Gedenken von Michael Joseph Jackson gewidmet. Wie ich empfand eine klasse Sache. Sie haben die ganze Zeit einen Zusammenschnitt seiner ganzen Hit´s im Hintergrund gespielt. Viele Leute hatten Tränen in den Augen… Es war Gänsehaut pur! Jule hat mit ihrer Arbeit auf der Show die Kasse mit weiteren 200 A$ aufgebessert und hatte sogar noch spaß dabei. :-)

Sonntag, Montag und Dienstag standen dann voll im Zeichen des Tauchens. Es war wieder Arbeiten auf dem Boot angesagt. Während wir Sonntag gemeinsam raus durften, da zwei Plätze frei waren, konnte Montag und Dienstag jeweils nur einer von uns. Gemeinsam eine Aushilfskraft zu sein war etwas Neues… alles war jedoch wie gewohnt. Die Passagiere haben ihr Kotztüten gefüllt und jegliche Farbe im Gesicht verloren… Um ehrlich zu sein, haben wir uns schon immer ein wenig darüber lustig gemacht. Viel witziger war es dann für mich, als Jule auch mal raus an die frische Luft musste, da sich ihr der Magen umdrehte. :-P Das erste mal in ihrem Leben Seekrank. Wie auch immer… unser erster Tauchgang war der Hammer! Für uns beide bisher der schönste überhaupt. Zunächst ist eine Schildkröte über uns hinweg geschwommen und dann haben wir noch weitere 4 Haie gesehen. Dieses mal haben sie mich richtig nahe heran gelassen. Einer davon, der größte, hat mich die ganze Zeit gemustert. Ich konnte seine Augen beobachten. Als ich auf 1-2m heran war, hat er sich aufgemacht und seinen Weg um uns herum davon geschlängelt. Wwuuuhhaaa… das ist ein Gefühl! Sie schwimmen soo elegant. Jule hatte zwischendurch auch mal ein wenig Panik, da sie von einem verfolgt wurde… hihi… ich war etwas weiter vorne und habe es gar nicht mitbekommen. Zu der Zeit hat sie durch ihr Herzrasen wohl doppelt so viel Sauerstoff verbraucht als normal… toll! Das war ein super Tauchgang, ebenso wie der restliche Tag!

Da ich mit einer Erkältung zu kämpfen hatte, ist Jule Montag und Dienstag dann alleine gegangen. Mit Erkältung ist beim Tauchen nicht zu Spaßen. Ich habe den Druck im Kopf bereits am Sonntag gemerkt, jedoch nichts gesagt… :-) Vernünftigerweise habe ich ihr dann jedoch den Vortritt gelassen. Währenddessen war ich dann mit auskurieren und organisieren beschäftigt. Unsere Steuererklärung haben wir auch geschafft. Juchhuuu… Dabei gab es einige Huddeleien… Wir brauchen für die Rückforderungen alle Einkommensnachweise, so nenne ich diese nun mal, welche bis heute noch nicht eingetrudelt sind. Das finanzielle Jahr endet hier im Juni, sozusagen perfekt für uns. Die meisten Arbeitgeber kommen jedoch mit dem Bürokrams nicht so schnell hinterher, so dass es sich bis Ende August hinaus zögern kann bis man alles in den Händen hat. So hieß es für uns, überall hinterher zu telefonieren und die fehlenden Dokumente zu besorgen. Ich hoffe wir haben es nun alles zur Zufriedenheit des Finanzamtes abgegeben. Von Deutschland aus wird es sicherlich nicht so einfach allem nachzukommen.

Unserer so sehr vermissten Leidenschaft, dem Volleyball, sind wir die Tage auch noch nachgekommen. Cairns verfügt über eine wunderschöne 3-Felder Beachanlage mit Flutlicht und ein paar netten Tribünen. Das ist einer der wenigen Orte wo man so etwas vorfinden kann. Volleyball ist in Australien leider ganz und gar nicht populär. Das sieht man auch schnell daran, dass es nur wenige Klassen bis zur bundesweiten Liga gibt. Hier dreht sich primär alles um Rugby in seinen verschiedensten Formen, Cricket und Schwimmen. Ich bin mir so gut wie sicher, dass kaum ein Deutscher auch nur einen blassen Schimmer über die Regeln von Rugby und Cricket hat. Erstgenanntes hat uns immer riesigen Spaß beim zuschauen bereitet. Ich glaube das werde ich ein wenig vermissen… :-)

Die letzten Tage haben wir uns ein wenig was gegönnt und nicht immer so sehr auf das doofe Geld geachtet. Mittwoch waren wir nach einem letzten mal Shoppen in der Stadt, einem Friseurbesuch und dem ausgiebigen Essen gehen Pokern. Pokern im Casino Stil ohne für den Buy-In zu bezahlen. Klingt doch nicht schlecht oder? Bereits vor 3-4 Wochen haben wir einmal gespielt. die Teilnehmerschaft erstreckt sich in der Regel über 20-30 Personen an 4 Tischen. Es gibt keine großen Preise. Der mit Abstand attraktivste ist der für den Gewinner: 50 A$ Trinkgutschein! :-) Nachdem ich beim letzten Mal enttäuschend im Headsup unterlegen war und Zweiter geworden bin, war diese Woche das Glück ein wenig mehr auf meiner Seite. Jjiiihhaaa… Sieg! Und nun… wer denkt wir können schön entspannt unsere erspielten Drinks schlürfen hat sich geirrt. Wir hatten noch 20 min Zeit unm den Gutschein auf den Kopf zu hauen, da anschließend unser Bus fuhr. Hhuuu… Bus! hrr… aber naja, nichts ist unmöglich! Will jetzt mal lieber nicht weiter ausführen… wir hatten auf jeden Fall beide die Kurvenschuhe an! :-P Den Gutschein haben wir alle bekommen… hihi Brauchen ja schließlich auch ein paar Trainingseinheiten bevor wir nach Hause kommen. :-D

Gestern ging der ganze Tag mit Blog schreiben (den konnte ich nicht in einem Ritt verfassen) und dem finalem Sachen packen vorüber. Das Backpacker Leben ist sooo stressig. Ich frag mich wer so etwas freiwillig macht!? Anschließend sind wir mit dem Bus, meinem guten Freund, zum Wasserski gefahren. Das war Fun! Unter Flutlicht haben wir Kreise um die Bahn gedreht. Dabei haben wir auf verschiedensten Hilfmittel versucht übers Wasser zu gleiten. Kneeboard, Wakeboard und Wasserski. Es war echt witzig… leider kann man da immer nur für sich alleine auf dem Board Party machen. Jule war hier in Sachen Boardbeherrschung um längen besser… hab mich schön droppsig angestellt um den Start hin zu bekommen. Naja… war trotzdem sehr sehr lustig. Gerne wieder!

Sooo… damit sind wir nun am Ende unseres Aufenthaltes in Australien. In nur wenigen Stunden geht unser Flieger nach Hong Kong. Australien in Zahlen und Fakten…

 

  • insgesamt haben wir etwa 25 000 km auf den Straßen zurück gelegt (etwa 4500 bei dem Trip zum Ayers Rock, den Rest mit Hoppel bei etwa 80-90 km/h Durschnittsgeschwindigkeit)
  • damit haben wir etwa 300h im Auto gesessen und die Pylonen am Straßenrand gezählt (an die angehenden Mathematiker: Bitte nicht nachrechnen, es ist nur grob überschlagen! ;-))
  • wir haben insgesamt in 11 1/2 Wochen etwa 16 000 A$ erarbeitet und mindestens so viel verbraten… :-)
  • das ganze spielte sich in einem Zeitraum von 251 Tagen, fast 36 Wochen ab
  • wir hatten in der ganzen Zeit etwa 10-15 Tage Regen
  • Höchsttemperatur: 42°, Tiefsttemperatur: etwa 5-10°

 

Hier habe ich mal eine kleine Übersichtskarte gestaltet. Dabei ist unser zurückgelegter Weg mit dem Auto blau, die Flug- bzw. Fährenstrecken grün und die uns wichtigsten Punkte (Orte an denen wir uns länger aufgehalten haben oder die wir besonders schön empfanden) rot eingezeichnet.

(nur noch mal so zur kleinen Größenorientierung: allein der Bundesstaat Queensland ist größer als halb Europa…)

Es war eine geile Zeit! Zeit die wir sicherlich in unserem ganzen Leben gerne mal wieder aus dem verstaubten Hinterhirn nach vorne kramen und uns gerne wieder daran erinnern. Wie bereits angesprochen steht nun die nächste Etappe bevor. Nun will ich erstmal Aufklärung darüber geben, wo uns der Weg in Asien nun hinführen soll…

Angefangen damit, dass wir heute Abend in Hong Kong landen. Dort haben wir bereits ein Hostel / Hotel gebucht, in welchem wir die kommenden drei Nächte verbringen werden. Dies gibt uns etwa 2 1/2 Tage um in Hong Kong auf Erkundungstour zu gehen. Am kommenden Montag nehmen wir einen weiteren Flieger nach Bangkok in Thailand. Die Zeit zwischen der Ankunft in Bangkok und unserer Rückreise am 19. August zurück nach Hong Kong steht noch vollkommen offen. Dieser Flieger geht jedoch dann von Kuala Lumpur in Malaysia. Wenn wir hier eines gelernt haben, dann ist das: beim Reisen nicht zu viel zu planen - einfach ma guggen was so kommt! Oder besser wie der Australier sagen würde: “No worries”. De facto haben wir vom 27. Juli bis 19. August etwa 24 Tage Zeit um umherzureisen und in Kuala Lumpur anzukommen. Wie, ob Bus, Bahn, Auto, oder wie auch immer… keinen blassen Schimmer! Wo es lang geht? Keine Ahnung! Wir haben uns ein nettes Buch gekauft, welches uns genügend Informationen in allen Lebenslagen bereitstellt. Also keine Sorgen Mami´s und Papi´s… das einzig wichtige ist, dass wir nicht unseren Anschlussflug in Hong Kong verpassen - das werden wir schaffen! :-)

Normalerweise wollte ich mich an dieser Stelle noch ein wenig über Air Asia auslassen, bei welcher wir die zwei Zwischenflüge gebucht haben. Ich denke jedoch ich habe nun genug geschrieben. Die Finger glühen… Zudem gerate ich ein wenig unter Zeitdruck. Jetzt gibt es noch ein letztes Mal ein großes Frühstück. Bacon & Egg… (gebratener Hinterschinken mit Ei) Noch mal schön mästen bevor wir kommend nur noch mit Reis abgespeist werden… :-)

 

Leider sind diese Woche nicht all zu viele Bilder im Blog. Liegt wohl daran, dass ich nichts fotografiert habe!? Sorry dafür. Mir hat jedoch jemand geflüstert, dass im nächsten Blog ganz sicher wieder welche vorhanden sind.

 

Fühlt Euch alle samt ganz lieb gegrüsst, bis nächste Woche Sonntag (in 9 Tagen) von Bangkok…

Jule&Nico

 

PS: Noch ein kleiner Zusatz. Da leider niemand bei der letzten Quizzrunde erraten hat wo der Koala versteckt ist, hier nun eine neue Aufgabe. Der erste der die richtige Nation der Käufer von Hoppel errät, wird von mir persönlich zum Eis eingeladen. Also - ran halten!!! :-)

Rush Hour

Geschrieben von Nico am 18. Juli 2009 | Abgelegt unter Work&Travel in Australien

Hallo ihr lieben Leute zu Hause…

Diese Woche mal ganz anders. Das Ende unseres Aufenthaltes hier in Australien ist nun verflucht nahe! Die vielen zu klärenden organisatorischen Dinge die wir noch zu erledigen haben, sowie das Arbeiten halten uns ganz schön auf Trap. Aus diesem Grunde gibt es diese Woche nur einen kleinen Überblick über das geschehene und was uns die kommende Woche erwartet. Einen ausführlichen Eintrag, sowie eine Gesamtzusammenfassung, könnt Ihr dann am Freitag, unserem letzten Tag in Australien, erwarten.

Als erstes und wichtigstes wäre zu sagen: Hoppel ist sehr gut verkauft. Diese Sorge sind wir also los. Wir sind nun ohne Fortbewegungsmittel (waaahhh, ich hasse öffentliche Verkehrsmittel) und… (am Freitag mehr).

Seit vergangener Woche war ich ein weiteres mal Tauchen und habe einen wundervollen Tag am Great Barrier Rief verbracht. Aus dem Wasser schießende Wale, Schildkröten, eine Hochzeit, und und und… Währenddessen hat Jule zur Cairns Show, dem größten Event des Jahres in der Stadt, Taschen und “Krims Krams” verkauft und so unsere Kasse ein wenig aufgebessert - die Gute! ;-)

Wir bezahlen derzeit nichts für die Unterkunft und teilen uns ein Haus mit einer etwas älteren australischen Frau.

Derweilen ist die Planung für Asien so gut wie getan. Dazu haben wir in den letzten Tagen viel gelesen, haben Leute ausgefragt und Kosten überschlagen… Ergebnis: Wir werden nach der Besichtigung von Hong Kong nach Bangkok fliegen, Thailand bereisen, über die Grenze nach Malaysia touren um letztendlich von Kuala Lumpur zurück zu fliegen. Alles in allem erwarten uns dort wohl sehr erlebnisreiche Tage…

Zu all diesen Sachen am Freitag jedoch mehr…

Morgen geht es erneut zum Tauchen raus ans Riff. Dieses mal sind wir zu zweit. Da es uns so unendlich gefällt, werde ich am Montag und Jule am Dienstag erneut raus fahren. Den Mittwoch werden wir mit Pokern im “Casino”, Essen gehen und ein wenig Party verbringen. Donnerstag gönnen wir uns 2h Nachtwasserski fahren inklusive BBQ an einem nahegelegenem See.

Der Freitag ist für den finalen Blog und für das allgemeine “klar kommen” eingeplant. Wie Ihr seht sind wir vollkommen ausgelastet und verplant. Nebenher heißt es noch die eingezahlten Steuern und Rente zurück zu beantragen, alle Accounts aufzulösen und uns von allen Kontakten zu verabschieden…

 

Ich hoffe ich konnte Euch nun ein wenig neugierig auf den nächsten Eintrag machen und hoffe wir “lesen” uns in den kommenden Tagen! ;-)

 

Uns geht es ansonsten soweit prima. Wir sind sehr gespannt auf Asien und den krassen Unterschied den wir erleben werden (vor allem auch im Bezug aufs Wetter - ca. 35° bei 80%-90% Luftfeuchtigkeit). 

 

Insofern, drückt die Daumen, dass alles gut geht! ;-)

Liebe Grüße bis Freitag

 

Jule & Nico

 

PS: Achja, bevor noch weitere Anfragen kommen: Nein, ich werde keinen neuen Blog erstellen und weiterhin diesen unter dem gegebenen Namen verwenden. Einfach drüber hinweg sehen, wenn der Titel nicht mehr ganz mit der geografischen Orientierung zusammen passt! :-P

Das Ende rückt unweigerlich näher

Geschrieben von Nico am 12. Juli 2009 | Abgelegt unter Work&Travel in Australien

 

Hallo ihr Lieben. Heute melden sich die gestressten Backpacker wieder zu Wort. Nach turbulenten Tagen der Familienzusammenführung sind wir nun wieder auf unseren eigenen Fährten unterwegs.

Die gemeinsamen Tage in Cairns vergingen verdammt schnell. Nach dem letztem Bericht verblieben noch zwei weitere Tage. Einer davon wurde zum ausgiebigen Shoppen genutzt. Glücklicherweise konnte ich mich gekonnt darum drücken und habe so den Tag allein auf einem Deckchen an der Strandpromenade ausgespannt. Jule und ihre Eltern haben einige neue Stofffetzchen mit nach Hause gebracht. Klar! Shoppen ist im Vergleich zu Deutschland hier um einiges günstiger, so dass man diese Gelegenheit natürlich nicht auslassen kann. Außerdem sind die Frauchen ja auch ganz klar in der Mehrzahl gewesen - wie soll man sich da auch widersetzen!? :-) Am Donnerstag sind wir dann gemeinsam 60km raus aufs Meer zum Riff gefahren. Das Wetter war wie bisher immer spitze, was gute Sichtverhältnisse unter Wasser beim Tauchen und ebenso beim Schnorcheln gewährte. Wie bereits gesagt, gibt es jeden Tag immer zwei Plätze für Hosties (”Mädchen für alles”). Meine Gegenpartei war nicht da, so dass Jule normalerweise hätte einspringen können. Dummerweise hatte sie bereits den Trip gebucht und bezahlt, was nicht mehr Rückgängig machbar war. So war ich nun der einzige Hostie an diesem Tag. Das heißt mehr Arbeit für mich und “rausgeschmissenes” Geld für Jule. Aber egal! Das sollte uns nicht von einem weiteren schönen Tag abhalten. Hier hat mich Jule mal in meinem Arbeitsdress abgeknipst:

An sich war der Tag durchaus stressig für mich. Essen vorbereiten bis zur Ankunft am Tauchspot, Briefing für alle lizensierten Taucher, erster Tauchgang, anschließend gefühlte 3h abwaschen, Briefing, 2. Tauchgang und wieder abwaschen und alles sauber halten. Schon ein recht ausgefüllter Tag. Aber mal ganz ehrlich - man kann sich schlimmere Jobs vorstellen! ;-)

Paula, Jules Schwester, hat sich bei ihrem Einführungstauchgang spitze gemacht und hat alle Übungen prompt hinbekommen. Das sie gleich einen weiteren Tauchgang hinterher schieben wollte, bestätigt nur umso mehr, dass sie auf jeden Fall Spaß hatte. Auch ihre Eltern sind auf ihre Kosten gekommen und haben beim Schnorcheln einen guten Eindruck über die Farbenpracht, die Korallen und die zahlreiche Fischwelt bekommen. Ein wenig verbrannte Kniekehlen kann man dafür gerne in Kauf nehmen - näch? :-) Unser erster Tauchgang war klasse. Wir sind an einer etwa 20m hohen (oder doch eher tiefen) Korallenwand entlang getaucht und haben kurz vor Umkehr in Richtung Boot diesen Hai entdeckt. Juchuuu… das ist eines der Tiere denen ich unbedingt mal da unten entgegnen wollte! Ich schätze er war etwa 2-2,5 m lang. Der so genannte Reefshark hat jedoch gleich die Hosen voll wenn sich die ungewöhnlichen, hässlichen, blubbermachenden Kreaturen näher und zieht von dannen. Er hat uns auf etwa 3-4m heran gelassen. Wenn er sich fortbewegt, schlängelt er seinen ganzen Körper ruhig und sanft wie eine Schlange durchs Wasser… wuuuhhaaaa. Schon toll anzusehen!

Am Freitag hat dann Hoppelchen einen großen Bruder bekommen. Der Leihcampervan blitze mit schönem deutschem Fabrikat auf. Ein VW T5 mit Faltdach. Das könnte man sich als Backpacker doch auch gefallen lassen, oder? Das Gefährt ist im groben mit dem, welches wir in Adelaide ausgeliehen haben, zu vergleichen. Ein wenig mehr Raum im inneren, 2 weitere Sitzplätze mit Gurt, eine stabilere Liegefläche im Dach und natürlich der wesentlich bessere (VW) Motor. Achja, es ist sogar ein zusätzlicher LCD-Bildschirm zum DVD´s, analog- und digital Fernseh schauen eingebaut. Das einzige Malis hier war der zu missende Stauraum. Alles in allem kann man mit dem Auto jedoch gut auskommen! :-) So hat sich Hoppel mit seinem großem Bruder (immer schön im Windschatten) zunächst Richtung Norden aufgemacht. Wir wollten unseren tollen Strand, von welchem ich im letzen Blog berichtet habe, gerne nochmals alle gemeinsam erleben. Natürlich gab es ein schönes Lagerfeuer und darin “gekochtes” Essen. Auch das Stockbrot durfte nicht fehlen. All dies zu einem gelungenem Schmaus und einem ebenso gelungenem Abend.

Unser eigentlicher Plan war es, anschließend ein wenig Inland um Cairns herum zu fahren, um letztendlich auf dem Küstenhighway südlich zurückzukehren. Was wir dabei nicht bedacht haben ist, dass deutsche Urlauber bei einem Trip nach Australien natürlich nicht so sehr vom Inland zu begeistern sind. Strand, Palmen, Sonne! Das ist was zählt… Natürlich, ist ja klar… Um ehrlich zu sein ist es für uns nur einfach nicht mehr soooo besonders am Strand zu lümmeln und im Meer zu toben. Zumal hier “oben” eh keine wirklichen Wellen mehr sind, was die See für uns ein wenig unattraktiv gemacht hat. Man kann das jedoch auf ganz allgemeine alltägliche Dinge beziehen. Wir haben uns gefragt wie Jules Eltern wohl die Infrastruktur empfinden, die vollkommen neuen Schilder und Verkehrszeichen, das Fahren auf der anderen Seite, die andere Pflanzenkultur, die vielen neuen Tiere die hier rum kriechen oder fliegen, die Shoppingcenter, die Leute, die Häuser und deren Baustile oder ganz einfach nur das Wetter. Viele viele Dinge die für uns normal geworden sind. Dabei war es immer wieder nett zu beobachten wie sie sich über kleine Dinge freuen - “ooohhh guck mal hier…” - welche wir nichtmal mehr wahrnehmen. Ja, so sehr haben wir uns schon eingelebt. Als wir dies so feststellten, haben wir unsere Route wieder mehr Küstenorientiert gestaltet und haben als nächstes in Mission Beach zum Baden halt gemacht. Auch das knacken einer Kokusnuss stand auf dem Programm. Inzwischen schmeckt es mir fast! :-) Hier sind einfach mal ein paar Bilder von unterwegs…

Anschließend sind wir nochmals zu den Wallaman Falls und den Wasserlöchern in den Bergen gefahren um ein wenig Natur zu zeigen. Nach dem Verlassen der Bergkette rund um Cairns ist die Temperatur gleich um ca. 8-10 C° auf etwa 20C° abgesackt. Den Mädels war es zu kalt - der Rest der Reisefraktion hat sich derweilen jedoch nicht stören lassen. Vielmehr haben wir uns damit beschäftigt neue Felsen zu erkunden um von ihnen zu springen. :-) Gesagt - getan! Nach dem kleinen Adrenalinstoß war es jedoch auch schnell genug. 2 Nächte haben wir in den Nationalparks verbracht. Hier ein paar Bilder dazu…

Das nächste Ziel war Townsville. Von hier aus haben wir einen Tagestrip zur Magnetic Island gemacht. Mit einer 30-minütigen Fährüberfahrt ist man auch schon dort. Die Insel liegt praktisch direkt vor der Stadt und war, wie so viele Inseln hier, viele Jahre zuvor nur die Spitze eines Berges bis das Tal dazwischen geflutet und vom Meer eingenommen wurde. Auf einem Wanderweg haben wir ein altes Militärgelände erkundet. Dieses war zu Kriegszeiten mit großen Geschützen eine erste Verteidigungsstellung für die Stadt. Mangnetic Island preist seine zahlreichen Koalas an. So haben auch wir (erst zum zweiten mal in unserem ganzem Trip) wilde Koalas in den Bäumen hängen gesehen. Wenn die nicht so faul wären, würde ich sie fast ein wenig knuffig finden… Den restlichen Tag haben wir an einem mehr oder weniger einsamen Strand mit schnorcheln und baden ausgespannt. Hier ein paar eindrücke dazu:

So rückte der Abschied immer näher und näher. Nach einem weiterem Tag am Strand in Townsville, ein wenig Beachvolleyball und einem kleinen Feuerchen am Abend, trennten wir uns am nächsten Morgen und fuhren in entgegengesetzte Richtungen. Jules Eltern haben bis zur Abgabe ihres Autos in Brisbane noch einen straffen Zeitplan. Wir konnten und wollten nicht noch weiter südlich fahren, da wir zum einen die ganze Strecke wieder hoch fahren mussten und zum anderem die Zeit für den Autoverkauf eingeplant haben. Wir hatten sehr schöne zehn gemeinsame Tage zusammen. Uns hat es Spaß gemacht ein wenig von unserem Alltag hier zu offenbaren und als Reiseführer zu fungieren. Nichts desto trotz musste sich Hoppel von seinem großen Bruder verabschieden. Ich denke auch Jule war ein wenig traurig, wobei jedoch die Freude überwiegte. In nicht ganz sechs Wochen gibt es ein großes Wiedersehen mit allen! :-) Günstigerweise konnten wir bereits einiges an Sachen und Dingen die wir nicht mehr brauchten mitgeben. So müssen wir in Asien nicht mehr als ohnehin schon mit uns herum schleppen… 

Wir haben uns also prompt wieder Richtung Norden aufgemacht. Schließlich haben wir auch noch einiges zutun. Unser Projekt “Red Rocket” stand noch immer aus. So haben wir uns dazu entschlossen dies an einem uns bekannten Übernachtungsplatz anzugehen. Auto putzen, Schablone komplett fertig stellen und alles abkleben. Da die benutze Pappe etwas zu dick ist, ist sie nicht ganz optimal. Das war uns von Anfang an klar. Aber egal. Wir mussten das nun durchziehen, denn wir brauchten ein Foto mit der Aufschrift für unsere Verkaufsanzeige. Nach dem Motto “Sie wussten nicht was sie taten” haben wir uns dann ans Werk gemacht… Wie ich finde durchaus gelungen. Seht selbst:

Gestern sind wir dann direkt mit unserer coolen Aufschrift nach Cairns gefahren, haben einen neuen Ölfilter besorgt und uns an die nächsten Aufgaben gemacht. ich nenne es mal Frühjahrsputz. Während ich unters Auto gekrabbelt bin und Öl abgelassen habe, hat Jule das komplette Auto ausgeräumt und gesaugt. Dafür ging der ganze Tage drauf… Heute werden wir, neben dem Blog schreiben und rein setzen, mit all den benötigten Bildern eine Verkaufsanzeige gestalten, drucken und aushängen. Ich denke das wird den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Heute Abend genehmigen wir uns dann ein Ründchen Volleyball in der Flutlicht erhellten 4 Felderanlage an der Promenade in Cairns.

Hier noch ganz aus der Reihe ein paar Bilder in der drum-herum Galerie:

Die kommenden Tage bleibt uns also nur auf einen Anruf eines Kaufinteressenten zu hoffen. Sozusagen werden wir nun immer einen schlechten Beigeschmack in der Suppe verspüren. Zum einen hoffen wir unser Hoppelchen möglichst gut und schnell verkaufen zu können, zum anderen schmerzt de Abschied schon ein wenig. So sehr wir uns auch auf Asien und zu Hause freuen… Bereits jetzt wo wir ein paar Sachen in die Krakse verstaut haben, ist das Gefühl nicht mehr zu läutnen… :-(

Nun ja, sehen wir mal was uns die nächsten Tage so bringen werden. Wir lassen euch noch ein paar sonnige Grüße da (man hört ja, dass ihr nun auch ein wenig Sommer abbekommen habt) und wünschen Euch eine angenehme Woche!

 

Liebe Grüße

Jule&Nico

 

PS: Vielen, vielen Dank für die lieben Kommentare vergangener Woche(n)! ;-)

In eine andere Welt abgetaucht

Geschrieben von Nico am 2. Juli 2009 | Abgelegt unter Work&Travel in Australien

Der Titel verrät es bereits. Diese Woche stand ganz im Zeichen unseres Tauchscheins und der damit verbunden “anderen” Welt. Jedoch “step by step”…

Unsere Ausflucht aus Cairns in den Daintree Nationalpark letzte Woche, offenbarte uns eine ganze andere Welt. Tropische, dichte Regenwälder, Mangroven und eine ganz andere Pflanzenkultur sind Dinge die weiter nördlich zur Regelmäßigkeit werden. Bevor ich lange drum herum rede, gleich mal ein paar Eindrücke…

Der Nationalpark ist von der Südseite nur über eine Fähre zu erreichen. Die Kosten dieser gelten gleichzeitig als Eintrittsgeld für das unberührte Fleckchen Regenwald. Es werden viele “Boardwalks” angeboten, welche direkt durch das Dickich führen und einen guten Eindruck von der Dunkelheit und der Dichte des Waldes vermitteln.

Von der Fährenüberfahrt bis zum nördlichstens Ende nach “Cape Tribulation” sind es etwa 35km herrlichste, enge, gewundene und bergige Straßen, die gerne Lust auf mehr machen. Auch wenn wir eine Nacht im Nationalpark verbracht haben, so ließen wir dieses mal einen längeren Walk aus. Ein wenig trauere ich dem noch hinterher. Nur 7km lang, jedoch führt er auf halben Weg zum höchsten Berg in diesem Gebiet, womit sicherlich ein wundervoller Ausblick garantiert wäre. Wie dem auch sei, schließlich haben wir uns vielen kleinen Wegen und einsamen Stränden gewidmet. Alles in allem ist dieser Ort ein wirklich wunderschönes Pfleckchen auf der Erde. Hier zu Leben könnten wir uns jedoch beide ganz und gar nicht vorstellen. Es scheint als wäre hier alles ein wenig zurück geblieben und verlassen. Oder besser unerkundet. Nachdem Captain Cook hier sein Boot auf Grund gelaufen ist, welches gleichzeit zur Zerstörung führte, benannte er den Halbinselvorsprung nach “Kapp des Leidens” (Cape Tribulation). Insofern ist dieser Küstenstreifen durchaus geschichtsträchtig. Auch wenn ich das bisher noch nicht erwähnt habe, jedoch ist die gesamte Ostküste von Captain Cook geprägt. Überall hat er durch Namensfindungen von Orten und Landabschnitten, oder beispielsweise auch den “Captain Cook Highway” der später nach ihm benannt wurde, seine Spuren hinterlassen.

Nachdem wir Daintree verlassen haben, machten wir erneut am Pretty Beach stopp. Es ist wirklich selten einen solchen Strand zu finden, an dem man einfach parken und übernachten kann. Meine erste Tat nach Ankunft war es, genügend Feuerholz zusammen zu suchen. Wir haben mal so grob gesagt einfach gechillt, das Feuer genossen und wie Tarzan und Jane gelebt. Nachdem wir so hungrig waren, schmeckte und das Essen dreifach gut. Dabei gab es nur Buletten, im Feuer gegrillte Maiskolben und Kartoffeln. Recht simpel, jedoch sooo lecker. Auch den nächsten Tag und die kommende Nacht war dies unser Fleck des Seins. Natürlich loderte auch da das Feuer wieder. Als kleiner Kokelfritze kann ich mir das natürlich nicht nehmen lassen. “Damper” (ich würde es mal als Stockbrot übersetzen), welchen wir an einem Stock über dem Feuer grillten, war dann ein neues Highlight. Anschließend haben wir diese Tage als zwei unserer Schönsten in unserer ganzen Zeit hier gekührt.

Auch dem Rückweg nahmen wir eine klein wenig veränderte Route, die uns nach Kuranda führte. Dieses kleine Bergdörfchen ist für seine alltäglichen Schlendermärkte bekannt. Natürlich kam Jule hier voll auf ihre Kosten. Aber auch für mich war etwas dabei… Wir haben uns einen weiteren schönen Wasserfall angeschaut. Wie gesagt, diese gibt es hier zur genüge. Ich glaube hier ist dieses mal der beste Zeitpunkt für die drum-herum Galerie:

Schwups die wups waren wir auch schon wieder im schönen Cairns und haben uns erneut ans Hoppel-Tuning gemacht. Wir wollen einen Schriftzug “Red Rocket” aufsprühen und haben dazu eine Schablone angefertigt. Ob man es glaubt oder nicht, das ganze Prozedere hat uns mehr oder weniger einen ganzen Tag gekostet. Natürlich haben wir alles mehrfach angerissen uns genauestens gegrübelt wie es nun werden soll. Man kann mich in der obigen Bilderserie mit der Schablone sehen… Leider sind wir noch immer nicht dazu gekommen alles aufzusprühen. Ich bin mir jedoch sicher, das dies die nächsten Tage folgen wird. Achja, “Red Rocket” kommt ganz einfach daher, weil dieser Name von all den Leuten hier geprägt wurde. Ob es John oder sein Bruder David in Tasmanien war… “Hey, hier kommt die rote Rakete wieder um die Ecke…” Natürlich ein schöner Schmunzler für alle. Hoppel passt leider nicht ganz so gut, es ist nicht international. Im Sinne des Wiederverkaufs müssen wir darauf natürlich auch achten. Für uns wird es in unserem Herzen natürlich immer unser kleiner Hoppel bleiben! :-)

Nun konnte es beginnen. Ein wenig waren wir schon aufgeregt, jedoch die Freude überwiegte ganz klar. Tauchkurs! Selbst auf den Theorieteil im Klassenzimmer und den ersten praktischen Übungen im Pool habe ich mich gefreut. Am Freitag ging es dann also los. Wir haben eine generelle Einführung bekommen und uns ein-zwei Videos angeschaut. Natürlich alles in Englisch - jedoch absolut kein Problem. Nach dem medizinischen Check konnten wir dann eintauchen. Übrigens haben wir hierbei festgestellt, dass ich ein Lungenvolumen von 10,8 Litern habe, welches überdurchschnittlich gut ist. Ein Ausdauersportler bin ich deswegen jedoch ganz sicher trotzdem nicht! :-) Bereits die ersten Übungen im Pool machten Lust auf mehr. Richtig atmen, im Wasser durch bestimmtes Ein- und Ausatmen schweben, eine vollgelaufene Taucherbrille ausblasen, mit Notluft deines Partners atmen, viele verschiedene Handzeichen unter Wasser und der Druckausgleich in den Ohren sind nur einige zunehmende Hürden. Jedoch alles mit Spaß! Die Stimmung war generell sehr ausgelassen. Mit einer “Klasse” von fünf Schülern war es natürlich sehr angenehm, da auf jeden eingegangen werden kann. Nach wir die zwei Tage Theorie hinter uns gebracht haben und unsere schriftliche Prüfung absolvierten, waren wir mehr als einfach nur “gespannt” in den großen Teich zu hüpfen. Zunächst haben wir uns jedoch noch 2 Stunden in einer Art Abendschule gegönnt, welche Wissen über das Riff und die Unterwasserwelt vermittelt. Es ist schon recht erstaunlich, was uns bisher so alles verborgen blieb. Dort bekamen wir auch viele weitere nützliche Informationen… was sollte man besser nicht anfassen? was passiert wenn ich…? und und und…

Der Tagestripp mit dem Boot war an sich schonmal speziell. Ein Boot zu besteigen und umher zu fahren hat man ja schließlich nicht jeden Tag. Jedoch irgendwo 60km vom Festland entfernt Anker zu legen um zu Tauchen, ist noch einmal etwas ganz anderes. Nach 1 1/2 Stunden Fahrt, dem Wechsel der Wasserfarbe und dem Erreichen des Riffs war alles einfach nur bestens. Prompt haben wir uns in unsere Taucheranzüge geschmissen und sind zunächst zur Schnorchelerkundungstour ins Wasser gehüpft. Allein was wir hier schon gesehen haben, war beeindruckend. In der Abendschule wurde uns berichtet, dass man mit 10 Minuten unter Wasser mehr Wildlife als an einem ganzem Tag im Wald sieht. Im Vergleich zu Deutschland kann man es jedoch wohl nicht etwas krasser Ausdrücken: 10 Minuten hier unter Wasser entspricht wohl etwa 1 Woche in deutschen Wäldern… :-) Es folgte unser erster Tauchgang. Spannung pur! Erlebnis pur! Es ist alles ein wenig schwierig zu beschreiben. Unter Wasser erwartet einen eine ganz andere Welt. Alles ist so ruhig, keine Hektik… Jule und ich sind prompt mit allen Übungen klar gekommen, so dass wir genügend Zeit hatten um den Minusbereich unserer Höhenrechnung zu genießen. Auch der zweite Tauchgang am Tag war klasse. Wir haben Unmengen an Fisch gesehen (um ehrlich zu sein, keine Ahnung was alles). Alles in prächtigen Farben, Schwärme von kleinen Flossentieren, wunderschöne Korallen… einfach nur toll!

Tagsdrauf, am Montag, folgte unser zweiter Tagestrip mit dem gleichem Boot, an das gleiche Riff - jedoch anderem Tauchspot. An diesem Tag waren wir so glücklich, dass wir einen Tauchlehrer für uns beide zusammen hatten. Die noch zu absolvierenden Übungen waren eher Nebensache. Auch der Tauchlehrer war über die Konstellation sehr glücklich, da dies nicht all zu oft vorkommt. Im Prinzip mussten wir alle Übungen, die wir bereits im Pool absolvieren mussten, nochmals in offener See hinter uns bringen. Hinzu kam soetwas wie navigieren mit dem Kompass oder der “CESA”. CESA steht für kontrollierten Notaufstieg ohne Sauerstoffversorgung. Da die Kapazität der Lunge unter Wasser enorm zunimmt, muss man stets darauf achte, dass man beim schnellen Aufstieg fleißig ausatmet. So ist es kein Problem, sich für 6m Tiefe etwa 20-30 Sekunden Zeit zu lassen. Die gepresste Luft in der Lunge ist ausreichend. Kein Vergleich zu Überwasser. Da wir beide sehr gut mit unserem Sauerstoffverbrauch hinkommen, erlaubte uns der insgesamt vierte Tauchgang des Tages eine Tauchzeit von etwa 45 Minuten. Danach waren wir lizensierte Taucher! Juchuuu… so haben wir an diesem Tag einen weiteren, den insgesamt fünften Tauchgang allein in Angriff genommen. Das ist natürlich noch einmal etwas ganz anderes, jedoch ebenso spektakulär. Beim Tauchen wurden unter Wasser Fotos von uns genommen. Unter anderem mit dem kleinem süßen Clownfisch, den jeder sicherlich unter dem Disneynamen “Nemo” kennt. Diese und alle anderen Bilder zu unserem Tauchkurs findet ihr in der folgenden Galerie:

Nun kommt kommt noch ein kleines “Bon Bon” oben drauf. Da wir recht gut mit allen zurecht gekommen sind und uns beim Tauchen nicht ganz so doof angestellt haben, wurde uns ein “Job” auf dem Boot angeboten. Im Grund geht es darum ein wenig das Mädchen für alles zu spielen, das heisst Tassen und Teller nach dem Essen einzuräumen, das Boot sauber zu halten und einfach nur durch Anwesenheit zu glänzen. Dafür können wir auf dem Schiff mit raus fahren und bekommen zwei freie Tauchgänge. Klasse ne? Natürlich haben wir das gleich in Anspruch genommen… darauf komme ich jedoch später noch einmal zurück.

Wir zappen diese Woche von Highlight zu Highlight. Das nächste in dieser Folge war die Ankunft von Jules Eltern in Cairns. Jule war natürlich mächtig aufgeregt. Sogar so sehr, dass sie bereits seit zwei Wochen wusste was sie an jenem Tag anziehen mag. Am Morgen haben wir dann in der Ankunftshalle gewartet, wobei sie bei jedem öffnen der Tür aufgezuckt ist. Familie Albrecht hat sich bei der Gepäckausgabe und dem Zollprozedere ganz schön viel Zeit gelassen, sodass dies in schwitzigen Händen und einer erwartungsvollen Qual ausartete. Beim Aufeinandertreffen platzte alle Freude heraus, alle Koffer wurden fallen gelassen und natürlich sind auch die Taschentücher nicht trocken geblieben. Nun sind sie also da! :-) Als nächstes hieß es ab ins Hotel und erst einmal einrichten. Die anschließende Fahrt in die Stadt war gleich lustig. Man stelle sich einfach nur vor, wie die drei Mädels (Jule + ihre Mama und ihre Schwester) in Hoppel hinten auf dem Bett liegen und ihr Papa und ich vorne sitzen. :-P Wir haben ja nun leider nur noch 2 Sitzplätze im Auto… für die Kurzstrecken hier, ist es jedoch vollkommen ausreichend. Wir sind ein wenig durch Cairns geschlendert um ihnen einen ersten Eindruck zu vermitteln. Dabei führte uns unser Weg auch am Hafen vorbei, wo zur Zeit ein etwas außergewöhnlicher Zustand herrscht. Die US Essex legt seit vergangenem Wochenende Anker im Hafen von Cairns. Der 4000 Mann starke Flugzeugträger, sowie ihr Begleitschiff, die US Tuganov, sorgen für einigen Trouble. Die US Essex ist das zweitgrößte Schiff in der Flotte der US Army. Jeder möchte so nah wo möglich an den riesigen Koloss ran kommen. Natürlich sind die Matrosen überglücklich nach einigen Monaten auf der See (sie kommen direkt vom Irak), wieder Festland unter den Füßen zu haben. Dementsprechend nehmen sie auch die Partymeile von Cairns in Anspruch! :-) Hier ein paar Schnappschüsse dazu:

Bei unserem Spaziergang haben wir nun auch endlich mal die Fledermäuse, welche eine echte Plage hier zu sein scheinen, in den Bäumen entdeckt. Oft haben wir bereits das Schauspiel beobachtet, wenn sie bei Abenddämmerung los fliegen. Tausende… Wahrscheinlich sogar zehn Tausende. Da wird der Himmel kurzzeitig dunkler als er eh schon ist. Hier seht ihr mal wie die kleinen Biester die Baumkronen einnehmen und sich das Blut in den Kopf steigen lassen:

Nun komme ich noch einmal auf den Job auf dem Boot zurück. Leider ist immer nur eine Stelle zur Verfügung, dass heisst, dass entweder Jule oder ich mit raus können. Am Donnerstag war der nächste freie Platz. Da Jule voll und ganz mit ihren Eltern beschäftigt ist, habe ich mich dafür eingeschrieben. Clevererweise haben wir dies nun gut kombiniert, so das wir am Donnerstag alle auf diesem Boot raus fahren. Jules Eltern gehen Schnorcheln, Paula, ihr Schwester, macht einen Einführungstauchgang, Jule macht zwei normale Tauchgänge und ich spiele das Mädchen für alles auf dem Boot! :-) Natürlich werde ich zusammen mit meiner Kleinen ins Wasser hüpfen und ihr “Buddy” sein. Tauchen darf man niemals allein, man braucht immer einen Partner - den Buddy. Wir haben uns dann auch gleich noch zwei weitere Male für das Boot eingeschrieben. So werden wir kurz vor dem verlassen Australiens nochmals raus auf die See fahren um zwei weitere Tauchgänge in Angriff zu nehmen.

Achja, um es nicht zu vergessen… die Fotoecke! Hier ein paar nette Bilderchern… :-)

Das soll es diese Woche auch schon wieder gewesen sein. Am Wochenende werden wir dann von unseren ersten gemeinsamen Kilometern auf der Straße berichten, denn bis dahin haben auch Jules Eltern ein Wohnmobil und werden mit uns durch die Lande ziehen. Vielen Dank an alle Kommentarschreiber. Nach wie vor immer ein Vergnügen von Euch zu hören und auch von dem was zu Hause so los ist. Ein wenig vermissen wir ja doch schon alles! ;-)

 

Liebe Grüße

Jule&Nico

Endstation Cairns

Geschrieben von Nico am 22. Juni 2009 | Abgelegt unter Work&Travel in Australien

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Ohne Reklame funktioniert anscheinend nichts mehr. Leider ist es spürbar zu merken, dass das Interesse an unseren Erlebnissen leider ein wenig abflacht. Sei es drum, wir geben nicht auf! Diese Woche gibt es neben einigen netten Erkundungen in der Natur, einigen Neuigkeiten über unsere Rückkehr, unseren Aufenthalt in Asien und erste Eindrücke über Cairns, die für uns nördlichste Großstadt in Australien. 

Nachdem wir anfangs der Woche noch in Townsville auf Krokodilsjagd waren, haben wir uns rasch in einen der unzähligen Nationalparks hier zu Gegend auf gemacht. Nordqueensland wartet mit wunderschöner bergiger Landschaft auf. Viele Flüsse, Wasserfälle, Seen und herrlicher tropischer Regenwald. Im Paluma Nationalpark haben wir an einem Fluss, der aus den Bergen kommt gestoppt. Hier haben sich in Felsen einige Wasserlöcher gegraben, die für kleine Kinder wie uns einiges an Spaß bieten. So haben wir es uns nicht nehmen lassen mehrere Stunden damit zu verbringen von Felsen zu springen und dem eiskalten Wasser zu trotzen. Der Weg dahin führte über eine nette kurvige und schmale Straße, an welcher ich mir einmal mehr wünschte ein Gefährt mit nur zwei Rädern die Berge hoch zu treiben. Das Wasser war sooo klar, dass man ohne Probleme den Grund sehen konnte. Viel beeindruckender war es jedoch am “Paradise Waterhole”. Dies ist ein Flussteil, wo das Wasser durch eine tiefe Senke beruhigt wird. Auch hier haben wir es uns nicht nehmen lassen die Badehose zu nässen. Die Süsswasserfische haben sich nicht wirklich von uns beeindrucken lassen und sind einfach neben uns her geschwommen. Hier ein paar Bilder dazu:

Zurück auf der Straße, erklommen wir nur 60 km später den nächsten Berg. Das Ziel lohnte mit den größten Wasserfällen Australiens. In den Wallaman Falls zerstäubt das Wasser nach etwa 268m freiem Fall bevor es den Boden benebelt und nässt. Einfach gigantisch. Wie man stundenlang dem Feuer zuschauen kann wie es knistert und sich durch das Holz arbeitet, ist es hier ganz ähnlich. Das Wasser zu beobachten wie es sich im Fall “auflöst” ist einfach nur toll. Die Nacht haben wir auf dem zugehörigen Campingplatz mit einem BBQ ausklingen lassen. Für mich war der Tag schneller vorbei als erwartet. Fieber und, für mich etwa ganz außergewöhnliches, kein Hunger, ließen schnell darauf zurück schließen, dass etwas nicht stimmte. Witzigerweise habe ich seit einer Weile genügend “Plesuren” mit mir rum geschleppt, sodass die Mutmaßungen einen großen Spielraum offen ließen. Bei der ganzen Wasserspringerei habe ich mir ein wenig (auf deutsch) meine Eier geprellt, sodass diese sogar bläulich gefärbt waren. Am Morgen hatte ich die Reste unseres Abendbrotes zuvor gegessen, welches bereits ein wenig komisch schmeckte. Ich hatte eine “Wulzt” am linken Oberschenkel, von welchem ich keine Idee hatte wo dieser her kam. Mein eingerissener Fuß ist immer mehr angechwollen, sodass das Laufen teils recht schwer fiel. Die Flohbisse, welche ich immernoch vom Boottrip auf den Whitsunday Islands hatte, wucherten zu Riesen “Flatschern”. Soo… nun ran ihr Hobbydoktoren… :-) Diagnose!?

Wie auch immer… am morgen war das Fieber weg und ich fühlte mich bestens. Also haben wir erstmal einen Wanderweg runter zum unteren Ende der Wasserfälle in Angriff genommen. Die Luftfeuchtigkeit war so groß, dass sich auf den Sonnenbrillen binnen Minuten Wassertropfen bildeten. Natürlich! Auch hier sind wir ins Wasser gesprungen. Es war gar nicht so einfach sich bis direkt ans Wasser zu kämpfen, denn alle Steine waren durch die Feuchtigkeit ultra klitschig. Das Wasser war eiskalt. Egal! :-)

Auf dem Weg hoch zum Auto habe ich dann ein kleines Wettrennen gehabt. Der Spanier hatte doch wirklich geglaubt, dass er mir folgen kann!! :-) Hehe… nene. Ich habe ihn auf den ca. 20 minütigen Weg um etwa 2 Minuten abgehangen. Sein Stolz war ein wenig gebrochen - Genugtuung für mich war der Lohn.

Da alle triefend nass geschwitzt waren, haben wir unsere tolle Dusche für unterwegs ausgepackt. Alle waren begeistert und haben mit in der Öffentlichkeit die Hüllen fallen lassen. Jeder Tourie hatte einen lockeren Spruch parat. So haben auch eine Engländerin und eine weitere Deutsche das Duschangebot gerne in Anspruch genommen…

Die Zufahrt zu den Wallaman Falls durch den wunderschönen und extrem dichten Regenwald war mindestens ebenso spektakulär, wie der Wasserfall an sich. 

Auf dem Weg nach Cairns haben wir nur einen weiteren Zwischenstopp für die Nacht gehabt: Mission Beach. Der Name dieses Ortes fiel bereits sehr oft, wenn man sich mit anderen über deren Stationen entlang der Ostküste unterhielt. Wir waren ein wenig enttäuscht, sodass wir uns nicht weiter hier aufhielten. Unser Endziel in Cairns ist nun also erreicht. Zwar ist Cairns nicht der nördlichste Punkte an dem wir je in Australien sein werden, jedoch steht es nun fest, dass Cairns unsere letzte Station unserer Australienreise sein wird. Wir haben nun auf dem Flughafen unsere Flüge umgebucht und fliegen am 24. Juli direkt von Cairns nach Hong Kong. Dort haben wir einen Aufenthalt von etwa 4 Wochen. Am 19. August geht unser Flieger zurück in die gute alte Heimat nach Frankfurt, wo mit unserer Ankunft am 20. gegen 6 Uhr frühs zu rechnen ist. Nun steht es also fest… Die 4 Wochen Aufenthalt werden wir zum Reisen in Asien verwenden. Detailliertere Informationen gibt es dann später…

Unser nächster Weg in Cairns führte uns direkt zum Arzt. Mein Fuß war nun inzwischen so sehr angeschwollen, dass das Laufen sehr unangenehm geworden ist. Irgendwie hat sich daran auch hier nichts geändert. Wenn ich einen Arzt aufsuche, habe ich den richtigen Zeitpunkt dafür bereits verpasst. Vielleicht haben die Hobbydoktoren in der Zwischenzeit bei der Analyse ein Ergebnis gefunden? Es hat sich herausgestellt, dass ich eine Blutvergiftung habe. Daher ist mein Fuß angeschwollen, alle Insektenstiche haben geblüht, daher auch die Wulzt am Oberschenkel an der Aterie und natürlich auch das Fieber und die täglichen Kopfschmerzen. Wenn man die Tropen nicht gewöhnt ist und eine offene Wunder (mein Riss am Fuß) mit sich schleift, so entzündet sich alles im Nu, so der Arzt. Wie auch immer… ich habe ein wenig Penizilin bekommen, welches ich mir vier mal am Tag einschmeißen muss. Alles ist wieder bestens. 

Die ganze schlimme Enttäuschung von Cairns ist für uns der Strand (wenn man diesen überhaupt so bezeichnen kann). Die Stadt an sich gibt einem glücklicherweise nur wenig Großstadtfeeling. Da man hier im Meer generell nicht baden sollte, ob es wegen den tödlichen Quallen oder den Krokodilen sei, hat so gut wie jede Stadt im nördlichen Queensland eine Lagune. Diese kann man sich wie öffentliche Schwimmbäder vorstellen, direkt am Strand gebaut und oftmals sogar mit Salzwasser. So befindet sich auch eine wunderschöne Lagune in Cairns.  Ich denke dies, so wie das schöne Umland sind wohl das Highlight hier.

Nach einer Party am Freitag (seit langem mal wieder) und einem Lümmeltag gestern an der Lagune, haben wir uns nun weiter nördlich in den Daintree Nationalpark aufgemacht.

Eine wichtige Sache habe ich noch vergessen. Nächste Woche werden wir in einem Viertageskurs einen internationalen Tauchschein von PADI machen. Zwei Tage am Pool mit pauken in Schulklassenzimmern und zwei separate Tagestouren zum äußeren Great Barrier Reef mit jeweils zwei Tauchgängen sind inklusive. Danach bekommen wir unsere Tauchlizenz und einen weiteren Tauchgang ganz alleine. Der so genannte “Openwater” Schein berechtigt bis zu einer Tiefe von 18m zu tauchen, ist unser Leben lang gültig und weltweit anerkannt. Sozusagen eine gute Investition in die Zukunft und künftige Urlaubsziele. Nicht zu vergessen, dass hier neben Ägypten der wohl beste Tauchspot weltweit ist. Wir sind mehr als nur aufgeregt! ;-) Ach ja, wir löhnen für alles drum und dran inklusive Kosten für medizinische Untersuchungen, Steuern für das Riff, den Kurs und die Bootstouren etwa um die 250€.

 

Das soll es für diese Woche auch schon wieder gewesen sein… :-) Da wir kommendes Wochenende tauchen werden, kann ich es nicht versprechen, dass der Blog bereits am Sonntag drinnen ist. Ich rechne mit Dienstag. 

 

Bis dahin, viele liebe Grüße nach Hause…

Jule&Nico

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